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Kölscher Dialekt


Der Kölsche Dialekt ...
Mehr als nur Sprache, ein Lebensgefühl
Der Kölsche Dialekt, auch Kölsch genannt, ist mehr als nur eine Mundart – er ist Ausdruck der rheinischen Lebensfreude und tief in der Kultur Kölns verwurzelt. Kölsch gehört zur ripuarischen Sprachgruppe, einem Dialektzweig des Mittelfränkischen, der sich über das Rheinland bis nach Belgien und die Niederlande erstreckt.
Die Wurzeln des Kölschen Dialekts reichen bis ins Mittelalter zurück. Schon damals entwickelte sich aus dem Lateinischen, das durch die römische Besiedlung geprägt wurde, eine eigene Sprache mit fränkischen Einflüssen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Kölsch durch niederländische, französische und später auch hochdeutsche Einflüsse weiter geformt. Besonders stark war der französische Einfluss während der napoleonischen Besatzung im 19. Jahrhundert – daher stammen viele kölsche Begriffe wie „Trottoir“ (Bürgersteig) oder „Fisimatenten“ (Ausreden).
Kölsch zeichnet sich durch eine weiche, melodische Aussprache aus. Typisch sind die Verwendung von „isch“ statt „ich“ und die häufige Verniedlichung von Wörtern („Klüngel“, „Bützje“). Auch hat Kölsch eine besondere Grammatik: Das Pronomen „et“ ersetzt oft das unbestimmte „es“ („Et es wie et es“ – „Es ist, wie es ist“).
Bekannt ist Kölsch auch für seine humorvollen und lebensnahen Redensarten, darunter die berühmten „Kölschen Grundgesetze“, die das rheinische Lebensgefühl widerspiegeln:
„Et es wie et es“ (Es ist, wie es ist.)
„Et kütt wie et kütt“ (Es kommt, wie es kommt.)
„Et hätt noch immer jot jejange“ (Sempre deu certo até agora.)
Obwohl Hochdeutsch im Alltag überwiegt, wird Kölsch in Köln noch immer aktiv gepflegt. Besonders durch die Musikszene bleibt der Dialekt lebendig – Bands wie Bläck Fööss, Höhner oder Brings tragen Kölsch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Auch der Kölner Karneval ist ein wichtiger Bestandteil der Dialektpflege, denn in den Sitzungen und Liedern wird fast ausschließlich Kölsch gesprochen.
Darüber hinaus setzen sich Vereine wie die Akademie för uns Kölsche Sproch für den Erhalt des Dialekts ein. Es gibt sogar Sprachkurse, in denen man Kölsch lernen kann.
Kölsch ist nicht nur ein Dialekt, sondern eine Herzenssprache, die die kölsche Mentalität transportiert. Durch Musik, Karneval und gelebte Tradition bleibt sie ein fester Bestandteil der Stadt und ihrer Bewohner – und sorgt dafür, dass man in Köln nicht nur eine Sprache spricht, sondern auch ein Stück rheinische Seele vermittelt.
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